STRATEGISCHER PLAN 2011 - 2013 – Entwurf PDF Drucken E-Mail

“Die kleinen und mittleren Unternehmen sind und bleiben das Rückgrat der Wirtschaft unseres Landes. Es liegt im Interesse aller, ihr Wachstum zu unterstützen, ihre Produkte zu verbessern, neue organisatorische Modelle zu entwickeln und eine bessere Zirkulation der Produkte zu erreichen.“

Es braucht also einen programmatischen Plan für die nächsten Jahre, der die Bedürfnisse der kleinen Unternehmen berücksichtigt und Strategien sowie Dienstleistungen in die Wege leitet, die die Wettbewerbsfähigkeit und das Wachstum unserer Unternehmen unterstützen.

In der Folge möchten wir die strategischen Maßnahmen für die Entwicklung unserer Vereinigung vorstellen. Wir möchten die heutige Position der SHV-CNA konsolidieren und mit dem Blick auf ein weiteres Wachstum arbeiten. Es geht uns nicht nur um ein zahlenmäßiges Wachsen unserer Organisation, sondern auch um bessere Beziehungen zu den öffentlichen Institutionen, den politischen Organisationen, wie auch zu den anderen Berufsverbänden und gesellschaftlichen Einrichtungen.

Die SHV-CNA und die Südtiroler Wirtschaft

Mitgliederwerbung

Zentrales Ziel der gesamten Struktur der SHV-CNA ist und bleibt für die nächsten Jahre eine verstärkte Mitgliederwerbung, um so unsere Organisation zu stärken. Auf Grund unserer Stärke können unsere Aktionen (Lobbying) mehr erreichen, insbesondere gegenüber öffentlichen Institutionen, wie auch gegenüber gesellschaftlichen Einrichtungen. Das Präsidium, die Direktion, die Vereinigungen und die verschiedenen Interessensvertretungen müssen unter Einbeziehung aller MitarbeiterInnen den Weg zur Stärkung und Vergrößerung unserer Vereinigung beschreiten.

 

· Unsere Dienstleistungen müssen qualitativ verbessert werden: Es braucht mehr Dienstleistungen, die eher auf ein stärkeres Wachstum unserer Unternehmen zielen, als auf die kurzfristige Lösung von verwaltungstechnischen Fragen.

· Zusammenfassend kann man sagen, dass es sich dabei um komplexe Unterstützungsmaßnahmen handelt, die das produzierende Gewerbe stützen, die Ideen des Unternehmertums verbreiten und dazu beitragen, die kritischen Elemente unserer Kleinstunternehmen zu überwinden.

· Unsere Angebote müssen über eine „Dienstleitungscharta“ garantiert werden, damit alle Unternehmen Zugang zu unseren Dienstleistungen erhalten, ob sie nun Mitglieder sind oder nicht. Dies gilt auch für JungunternehmerInnen, für Unternehmen die von MigrantInnen gegründet werden genauso wie natürlich für ältere UnternehmerInnen (Senior).

· Es braucht für die einzelnen Vereinigungen spezifische Angebote, die über eine Entwicklung von neuen Dienstleistungen qualifiziert werden können.

· Die kontinuierliche Informations- und Fortbildungsarbeit auch über spezifische Thematiken mittels Tagungen, Seminaren und Diskussionen muss verstärkt werden.

· Es braucht auch in der Presse und den Medien mehr Information über das Handwerk.

· Die Internetpräsenz der SHV-CNA muss ausgebaut werden. Auch sollten wir an netzgebundene, interaktive Dienstleistungen für unsere HandwerkerInnen denken. Über solche Portale kann auch der Aufbau eines Netzwerkes zwischen Unternehmen angebahnt werden.

Es ist unsere Absicht, die Mitgliederzahl in den nächsten drei Jahren um 25% zu vermehren.

Kreditwesen: Eine strategische Herausforderung

Die große Wirtschaftskrise der letzten Jahre hat dazu geführt, dass es für unsere Unternehmer immer schwierigen geworden ist, Kredite zu erhalten. Daher ist es immer notwendiger, für die Beziehungen zwischen Banken und Unternehmen einen Beratungsdienst von strategischer Bedeutung aufzubauen. Die Beziehungen zwischen den kleinen Unternehmen, insbesondere den HandwerkerInnen, und dem Kreditwesen sind historisch durch einige kritische Aspekte gekennzeichnet:

 

· Die durchschnittlich geringe Kapitalisierung eines Unternehmertums, das hauptsächlich aus Einzelpersonen besteht und deren Tätigkeit geringe anfängliche Investitionen erfordert.

· Die eingeschränkte Tendenz des Kreditsystems unternehmerisches Risiko zu unterstützen und zu teilen. Lieber investiert man in Immobilien.

· Die geringe Verhandlungskraft der verschiedenen kleinen Unternehmen, die zu großen Kosten für Kredite und Bankgarantien führen.

 

Diese kritischen Elemente haben große Auswirkungen auf die Möglichkeit, Innovation der Produkte und Prozesse zu finanzieren, insbesondere dann, wenn es darum geht Produkte und Dienstleistungen den Entwicklungen des Marktes anzupassen.

Die SHV-CNA gibt konkrete, politische Antworten auf dieses Problem. Wir haben unsere Garantiegenossenschaft gestärkt, Konventionen mit Kreditinstituten abgeschlossen, Gespräche mit den öffentlichen Institutionen geführt, damit diese die Ressourcen zugunsten der Unternehmen weiter ausbauen (Finanzierungen über den Rotationsfonds für krisengeschüttelte Betriebe und Absicherungen bis zu 80%).

Unsere Garantiegenossenschaft FIDIMPRESA hat 2007 ca. 2 Millionen Euro abgesichert und deckt heute 8,5 Millionen Euro an Krediten.

Die Zukunft wird leider zu einer notwendigen Zusammenarbeit zwischen den Südtiroler Garantiegenossenschaften kommen (Aufbau einer einzigen Genossenschaft oder einer Genossenschaft für große und einer für kleine Anleihen). Wir haben uns auf jeden Fall dafür eingesetzt, dass die Beratung und der Schalter für das Einreichen der Gesuche bei den einzelnen Vereinigungen bleiben, um so die Beziehungen zu den HandwerkerInnen aufrecht zu erhalten. Nur so kann das Vertrauen in unsere Organisation gestärkt werden, da wir ihre Welt gut kennen und für ihre Probleme die richtigen Antworten finden können. Unser Einsatz steht für neue und hochqualifizierte Dienstleistungen, damit die Verhandlungen mit den Kreditinstituten auf einer glaubwürdigen Ebene zugunsten unserer Betriebe geführt werden können.

Über solcherlei Dienstleistungen kann die SHV-CNA auch die oben gesteckten Ziele erreichen.

Die Beziehungen zwischen der Wirtschaft und den Institutionen

Landesrat Widmann hat den Vorschlag zur Einberufung eines „Generalstaats“ der Wirtschaft aufgegriffen. Die Koordination und Leitung sollte der Handelskammer übertragen werden. Auf dieser Ebene sollten sämtliche Verbände der Wirtschaftstreibenden vertreten sein.

Land und Gemeinden müssen sich zu einem ständigen Dialog mit der SHV-CNA und den anderen Verbänden bereit erklären. Die SHV-CNA ist nicht nur die Organisation der HandwerkerInnen und der KMU, sie ist mehr denn je ein wertvoller Partner für die Entwicklung einer neuen Wirtschaftspolitik. Unsere Erfahrungen können dazu beitragen, gemeinsam mit den anderen Wirtschaftstreibenden Gespräche, Diskussionen und Analysen zu den verschiedensten Problemen zu beginnen.

Land und Gemeinden müssen sich zu einem ständigen Dialog mit der SHV-CNA und den anderen Verbänden bereit erklären.

Forschungs- und Dienstleistungseinrichtungen, wie TIS, FUB und BLS, müssen mit einbezogen werden, wenn es sich um die Entwicklung neuer Ideen, Produkte und innovativer Dienstleistungen handelt. Dies betrifft insbesondere Projekte im Bereich der „Green Economy“. Wir müssen direkt in den Aufbau des neuen Technologieparks, in dem diese Organisationen unterkommen sollen, miteinbezogen werden, um so jene Synergien entwickeln zu können, die für unsere Unternehmen wichtig sind.

Netzwerke zwischen Unternehmen und andere Formen der Zusammenarbeit

Das wachsende Interesse der Wirtschaft für das Phänomen der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen entsteht aus dem Bewusstsein, dass ein Großteil der Herausforderungen, vor die uns heute der Markt stellt, leichter von einer Gruppe von Unternehmen, die sich in irgendeiner Form zusammentun, angegangen werden können. Einzelunternehmen stoßen hier an ihre Grenzen.

Der Markt stellt uns heute vor folgende Probleme:

· die ständig anwachsende technische Komplexität der Produkte;

· die ständig wachsende Spezialisierung;

· die ständig geringere Vertikalisierung des Produktionsprozesses. Die Schaffung eines Mehrwertes ist somit immer stärker von den anderen Gliedern der Kette abhängig.

· Die ständig wachsende Notwendigkeit der Rationalisierung, damit die Kosten niedrig gehalten werden können.

Um in der Krise mit neuem Elan zu bestehen, brauchen die Unternehmen neue Perspektiven. Wenn sich der Markt ändert, kann die Welt der Arbeit nicht stehen bleiben. Vor allem muss in neues Wissen investiert werden. Es braucht eine stärkere Dissemination der Erkenntnisse über Netzwerke von Unternehmen, über neue Organisationsformen, die nicht nur ihr Wissen und ihre Erfahrungen zur Verfügung stellen, sondern deren Wert durch die Zusammenarbeit vermehren.

Netzwerken und Zusammenschlüssen von Unternehmen kommt eine immer stärker werdende strategische Bedeutung zu. Nur so kann das italienische System noch konkurrenzfähig bleiben. Gerade Netzwerke können für kleine Unternehmen einen Weg aus der aktuellen Wirtschaftskrise ebnen. Neue organisatorische Formen sind eine Möglichkeit, um die strukturellen Schwierigkeiten kleiner Unternehmen zu meistern.

Unternehmen, die sich zusammentun, wobei jeder doch seine Eigenständigkeit beibehält, können so Ziele erreichen, die für den Einzelnen in weiter Ferne liegen. Dabei geht es um Innovation von Produkten, neue Produktionsprozesse, gemeinsame Investitionen, damit aus reinen Zulieferern eigene Produktionsbetriebe werden.

Es besteht somit die Notwendigkeit, Zusammenschlüsse zwischen kleinen Handwerksbetrieben zu unterstützen. Hierzu müssen neue Konsortien oder andere juridische Formen der Zusammenarbeit zwischen kleinen Handwerksbetrieben gefördert werden. Die Rolle der SHV-CNA ist die eines Katalysators dieser neuen Formen. Wir verfügen über die notwendigen Erfahrungen und bieten die dementsprechenden Dienstleistungen.

Neue Fachgruppen

Sicherlich müssen wir neue Dienstleistungen entwickeln und die Beziehungen zu unseren Mitgliedern stärken, es müssen aber auch neue Kategorien miteinbezogen werden:

 

· FreiberuflerInnen, atypische ArbeitnehmerInnen, Fachkräfte, die nicht in einer Kammer organisiert sind und die von der nationalen CNA unter dem Namen „SHV für Selbständige - CNA in proprio“ zusammengefasst und organisiert werden.

· Unternehmen die von MigrantInnen aus dem Nicht-EU-Ländern gegründet werden.

Die Beziehungen zur Jugend – Aufbau einer Interessensvertretung

„SHV für JungunternehmerInnen - CNA Giovani imprenditori”.

Kreativität, Humanressourcen, Unternehmens- und Initiativgeist sind das Erfolgsrezept in der Wirtschaft. Auch eine noch so fortgeschrittene Technologie kann sie nicht ersetzen. Sie sind das Salz eines jungen Unternehmertums. Der Reichtum, den die JungunternehmerInnen darstellen, ist der strategische Faktor für den Erfolg, die Qualifizierung und die Innovation zukünftiger unternehmerischer Kultur.

Um diese Ressourcen der JungunternehmerInnen zu fördern und zu unterstützen wird die SHV-CNA eine Interessensvertretung der JungunternehmerInnen aufbauen.

Im Rahmen der „SHV für JungunternehmerInnen - CNA Giovani imprenditori” werden die jungen UnternehmerInnen, das System der SHV-CNA bereichern, neue Herausforderungen stellen und Themen angehen, die die Erneuerungen im gesamten Bereich der Unternehmen ankurbeln.

Unser Ziel ist es, junge UnternehmerInnen vorzubereiten, in der Zukunft verantwortliche Aufgaben für die Entwicklung unseres Landes zu übernehmen.

Die Gruppe der JungunternehmerInnen setzt sich für folgende Ziele ein:

· die Unternehmenskultur stärken und Jungunternehmen fördern;

· JungunternehmerInnen ausbilden und unterstützen und sie in das System der SHV-CNA einbinden;

· Maßnahmen zur Unterstützung und Entwicklung von jungen Unternehmen schaffen.

· Die gesellschaftliche Anerkennung von jungen Unternehmen fördern und deren sozio-ökonomische Bedeutung hervorheben.

· Den Generationenwechsel innerhalb der Welt der Unternehmen aber auch innerhalb der SHV-CNA unterstützen.

Für junge Menschen war es in den letzten Jahren äußerst schwierig einen Zugang zum Handwerk und den kleinen Unternehmen zu finden, da dieser Sektor große Schwierigkeiten erlebt und laut einigen keine Perspektiven hat.

Die „SHV für JungunternehmerInnen - CNA Giovani imprenditori“ kann für die Entwicklung einer neuen Unternehmenskultur eine wichtige Rolle spielen. Eine enge Beziehung zu den Schulen ist hierzu notwendig. Innovative Systeme der Informations- und Kommunikationstechnologie und ein neues Bild der SHV-CNA könnten für Jugendliche anziehend wirken. Nach der Schule könnte so für viele die Welt des Handwerks und der KMU zu einer wertvollen Alternative zum „sicheren“ Platz in der öffentlichen Verwaltung werden.

Die SHV-CNA muss in diesem Sinne Dienstleistungen schaffen, die die Unternehmensgründung unterstützen und auch in der Folge die neuen Unternehmen in ihrer Entwicklung fördern.

Die SHV-CNA in Südtirol

Wir brauchen neue Wege, um immer mehr Unternehmen zu erreichen. Hierzu müssen wir auch an dem Image arbeiten, mit welchem die SHV-CNA in den nächsten Jahren in Südtirol auftreten will. Unser Auftritt muss mit der Zeit gehen, er muss sich aber auch kontinuierlich auf die Professionalität, die Erfahrungen und die Qualität unserer Dienstleistungen für Unternehmen beziehen. Deswegen halten wir es für notwendig, mit einer Imagekampagne zu starten, die, unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Ressourcen, auch auf innovative Medien und Mittel baut.

Die Arbeit für unsere Unternehmen

Eine Organisation von UnternehmerInnen und Unternehmen muss sich natürlich auch aktivieren, dass für die eigenen Unternehmen neue Arbeitsmöglichkeiten gefunden werden.

Wir werden in den nächsten Jahren intensiv an Maßnahmen arbeiten, die dazu beitragen, die kritischen Elemente von Kleinstunternehmen zu minimieren.

Wesentliche Punkte unserer Arbeit könnten folgende sein:

· Ein Netzwerk von industriellen Beziehungen und Strukturen aufbauen, damit die Arbeit sicher und auch dementsprechend bezahlt wird.

· Neue Arbeitsformen und -techniken, neue Ansprüche und Bedürfnisse des Marktes untersuchen und erforschen.

· Eine breit angelegte Fortbildung starten, damit die Unternehmen den sich ständig weiter entwickelnden Herausforderungen des Marktes gewachsen sind.

· Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Unternehmen fördern. Dies gilt sowohl für Unternehmen aus dem gleichen Sektor als auch für Unternehmen die komplementär zusammenarbeiten können. Nur so können große gemeinsame Vorteile entstehen.

Schlussfolgerungen

Dieser Plan ist sicherlich sehr ehrgeizig. Wir können es nur schaffen, wenn sich die gesamte Vereinigung und insbesondere die leitenden Organe voll und ganz die oben vorgeschlagenen strategischen Linien unterstützen. Dieser Plan kann nur verwirklicht werden, wenn es uns gelingt die ganze Vereinigung davon zu überzeugen und sie mit einzubeziehen.

Das Präsidium und die anderen UnternehmerInnen, die in der Vereinigung mitarbeiten, müssen sich einsetzen, um in diesem Sinne zu arbeiten. Es wäre ein Fehler zu denken, dass ein Projekt von so großem Wert nur durch die Arbeit unsere Angestellten verwirklicht werden könnte.

Die Vereinigung ist nicht für UnternehmerInnen. Nein, sie besteht aus UnternehmerInnen und gehört ihnen.

 
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